A Single Man
Heute war ich nach längerer Zeit mal wieder im Kino. Ich habe mir A Single Man (nicht zu verwechseln mit dem ähnlich betitelten Film A Serious Man) mit 2 Freunden im Village Kino angesehen.
Der Film spielt in Los Angeles des Jahres 1962, Hauptprotagonist ist der homosexuelle Englischprofessor George Falconer (gespielt von Colin Firth). Vor einiger Zeit ist seine große Liebe Jim bei einem Unfall ums Leben gekommen, was er bis heute nicht verkraften kann. Sein Alltag ist grau und düster, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein wenig Halt bekommt er durch seine frühere Partnerin Charley (Julianne Moore), die jedoch selbst eine gescheiterte Existenz ist. Erst als einer seiner Studenten Interesse an ihm zeigt, wird sein Leben wieder etwas hoffnungsvoller.
Colin Firth ist in praktisch jeder Szene zu sehen, der Film wird also getragen von seiner Schauspielkunst. Und das macht er ziemlich gut, wie ich finde. Sonderlich viele Filme mit ihm habe ich noch nicht gesehen und die, die ich gesehen habe, haben zumindest was seine Rollen anbelangt keine besonderen Spuren bei mir hinterlassen. Doch hier zeigt er auf jeden Fall, dass er spielen kann. Vor allem die vielen Szenen die das berühmte "Knistern" zwischen 2 Menschen (und es ist ja egal ob hetero- oder homosexuell) beim Kennenlernen zeigen, waren sehr schön und überzeugend. Das Element Homosexualität kombiniert mit der in Bezug darauf repressiven Epoche bringen zusätzliche Spannung in die Interaktion zwischen den Figuren.
Ein interessanter, sehenswerter Film, der ruhig und gelassen eine Geschichte erzählt, mit ein paar simplen Spezialeffekten einige interessante Bilder erzeugt und trotz der Zeit in der der Film spielt, das Thema Homosexualität vollkommen unbedarft und natürlich behandelt (was auch gut so ist). Trotz alledem hat der Film für mich einen kurzweiligen Nachgeschmack, er gehört für mich nicht zu den Filmen, die einen noch wochenlang nach dem Kinobesuch beschäftigen. Anspruchsvolleres Popcorn-Kino eben.
Interessant fand ich übrigens noch, dass im Kino unter den zugegeben wenigen Besuchern einige ältere Ehepaare waren, was mich angesichts der Homosexuellen-Thematik doch irgendwie überrascht hat. Hach, vielleicht ist das halt auch nur ein schlimmes Cliché, dem ich da anheim gefallen bin, dass alle Leute über 60 konservativ und homophob sind...
Auf einer Skala von 1 bis 10 bekommt dieser Film von mir 8 Regenbögen.