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    Habemus Papam

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    Nach 2 Jahren Unterbrechung konnte ich zwischen Weihnachten und Silvester wieder mit Katrin die Tradition fortführen, dass wir uns einen Kinofilm im Cinema Paradiso in St. Pölten ansehen; Katrin ließ ihre Tochter für ein paar Stunden bei ihren Eltern. Am sahen wir uns im neuen Saal 3 Habemus Papam des italienischen Regisseurs Nanni Morettian.

    Der Film beginnt mit dem Begräbnis des (vorigen) Papstes und dem daraufhin folgenden Konklave der Kardinäle aus aller Welt um einen neuen Papst zu wählen. Nach wenigen Wahlvorgängen steht der überraschende "Sieger" fest: Kardinal Melville, ein Außenseiter, mit dem niemand gerechnet hätte. Am wenigsten er selbst. Kurz bevor er als neuer Papst vor die versammelten Schäfchen am Petersplatz tritt, packt ihn allerdings die Angst und er läuft davon. Er fühlt sich überfordert und dem Amt absolut nicht gewachsen. Die anderen Kardinäle und Bediensteten des Vatikans erkennen bald, dass Melville professionelle Hilfe braucht — sie holen einen Psychologen herbei (gespielt von Moretti selbst), der den neuen Papst therapieren soll. Dies entpuppt sich allerdings als äußert schwierig, wenn 20 Kardinäle während der Therapie mithören und man gewisse persönliche und private Themen nicht ansprechen darf.

    Nach dem Besuch bei der Ex-Frau des Psychologen (ebenfalls eine Psychologin), büxt der neue noch nicht ganz offizielle Papst (keiner außerhalb des Vatikans weiß, wer nun wirklich gewählt wurde) einfach aus und taucht in Rom unter.

    Der Film war sehr kurzweilig. Die Story ist nicht sehr komplex, unerwartete Wendungen im Plot sind auch nicht vorhanden. Brachialhumor oder auch nur leiseste Kritik irgendeiner Form an der katholischen Kirche sucht man ebenfalls vergeblich. Teilweise werden Handlungsstränge geöffnet, die dann aber nicht abgeschlossen werden (z.B. die Beziehung Melvilles zum Theater); somit stellt der Film mehr Fragen als er Antworten gibt. Habemus Papam lebt vor allem von den Schauspielern, allen voran natürlich dem Hauptdarsteller Michel Piccoli. Er stellt den vollkommen überforderten, aber tief innen drin herzensguten Kardinal/Papst sehr menschlich und liebenswürdig dar.

    Ob die Darstellung des Konklaves und des Prozederes im Vatikanstaat vollkommen korrekt ist, vermag ich nicht zu sagen. Falls es jedoch so ist, deckt der Film auch hier ein paar Wissenslücken ab.

    Wer leichtes verträumtes Kino mag, der wird an Habemus Papam seinen Gefallen finden. Wer Kirchenkritik oder eine Komödie erwartet, wird definitiv enttäuscht werden. Auf einer Skala von 1 bis 10 bekommt dieser Film ****** 6 Kardinalshüte.

    2 Kommentare

    Patrick

    Da ich gestern kurzentschlossen mit einer Bekannten im Top Kino war, möchte ich dir den Filmtipp nahe legen. Ist wohl das genaue Gegenteil von "Habemus Papam" aber sehr sehenswert.
    "Tyrannosaur" von Paddy Considine: http://www.imdb.com/title/tt1204340/

    Nur falls du gerade nicht weißt was du dir im Kino ansehen könntest. ;-)

    Marcus

    Schaut gut aus :) Ist für den nächsten Kinobesuch vorgemerkt!

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