Träume
Man träumt jede Nacht mehrmals. Erinnern kann man sich normalerweise, wenn überhaupt, nur an den Traum, aus dem man gerade aufgewacht ist. Meiner Erfahrung nach ist die Erinnerung an den Traum intensiver, je abrupter man daraus aufwacht, was somit meistens bei Träumen passiert, die sehr intensive Gefühle auslösen beziehungsweise den Träumer erschrecken (Alpträume). Träumen hat mich schon immer sehr fasziniert, denn es ist eine mysteriöse Eigenschaft des Gehirns von höheren Lebewesen, von der man bis heute nicht vollständig weiß, wofür sie wirklich gut ist.
Ich habe in meinem Leben schon einige sehr schöne und intensive, aber auch schreckliche Alpträume gehabt. Zum Beispiel hab ich irgendwann im Alter von 16 bis 18 Jahren in zeitlich relativ kurzen Abständen (müssten ein paar Wochen gewesen sein) 2 Träume gehabt, in denen ich fliegen konnte. Im ersten konnte ich durch die Kraft meiner Gedanken meinen Körper vom Boden abheben lassen, woraufhin ich wie Superman durch die Lüfte geflogen bin. Im zweiten Traum hatte ich die Fähigkeit, mich im Sprung von der Luft abstoßen zu können, wodurch ich praktisch ebenfalls fliegen konnte (etwas mühsamer und fehleranfälliger, aber ich blieb minutenlang in der Luft). Beim Aufwachen aus diesen beiden Träumen war ich jeweils immer sehr enttäuscht, dass dies nicht die Realität war. Besonders der erste Traum war einfach unbeschreiblich schön.
Als Kind hatte ich öfter mal Alpträume, aus denen ich oft ruckartig aufgewacht bin. Einen der schlimmsten Alpträume hatte ich, als ich etwa 9 Jahre alt war. Es war wohl eine Verarbeitung eines Unfalls, der mir im wahren Leben kurz zuvor passiert war. Ich war im Traum auf einem Balkon mit verschlossenem Zugang zur Wohnung und ohne Geländer. Der Balkon neigte sich langsam immer mehr nach unten, bis ich mich schließlich auf den kalten glatten Steinbodenplatten nicht mehr halten konnte und in die Tiefe stürzte. Beim Aufprall wachte ich auf. Ich glaube, ich habe nach dem Aufwachen sogar geweint und konnte tagelang nicht gut schlafen.
Anfang dieser Woche hatte ich zwei sehr interessante Träume. In der Nacht von Sonntag auf Montag träumte ich, dass die Festplatte meines Computers eingegangen sei. Alle meine Daten die ich mein halbes Leben produziert und zusammengetragen hatte, waren unwiederbringlich verloren! Meine Reaktion im Traum auf dieses Ereignis war so einschüchternd, dass ich mir noch am selben Tag eine externe Festplatte mit 500GB als Backup-Medium gekauft habe.
In der darauffolgenden Nacht von Montag auf Dienstag hatte ich einen sehr kurzen aber unglaublich realen und intensiven Traum. Eigentlich fast ein Alptraum, aber irgendwie auch doch nicht. Lediglich die letzten paar Sekunden des Traumes sind mir im Gedächtnis geblieben: ich saß mit einem Asiaten an einem Tisch, der mir ein großes Geheimnis über die gesamte Welt mitgeteilt hatte, ungefähr so etwas wie die Beweise und Hintergründe für eine ultimative Weltverschwörung. Als er mit seinen Ausführungen fertig war, lächelte er mich leicht an und rutschte mit seinem Stuhl zurück. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich durch mein Mitwissen plötzlich eine große Gefahr für die Verschwörer sein würde und realisierte, dass ich jetzt sterben müsste. Hinter mir hörte ich ein Geräusch und noch bevor ich meinen Kopf umdrehen konnte, um es zu ergründen, löste sich ein Schuss. Die Kugel drang in meinen Hinterkopf ein und in Zeitlupe flog ich zu Boden. Mein Leben raste nicht im Zeitraffer an mir vorbei, wie man das so oft hört, aber es wurde dafür auf einmal alles irrelevant. Ich akzeptierte meinen Tod, da ich daran jetzt eh nichts mehr ändern konnte. Im Gegenteil, ich freute mich sogar, denn jetzt käme ein vollkommen neues Abenteuer auf meine Existenz zu. Von rechts sah ich ein immer intenstiver werdendes helles Licht...
Jedoch wachte ich in diesem Moment auf und erkannte meine Lebendigkeit. Noch mal Glück gehabt, das Abenteuer Tod muss also noch etwas länger warten. Ich weiß nicht, ob Traumdeutung nicht einfach nur Quacksalberei ist, aber eine Bekannte meinte gestern zu mir, wenn man von seinem Tod träumt, dann kündige das große Veränderungen im Leben an. Nun gut, das werden wir ja sehen.