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    Appendix

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    Nein, dies ist kein Anhang zu meinem Blog. Es geht um meine vor kurzem erlittene Appendizitis.

    Am bin ich morgens ganz nomal aufgewacht, nur hatte ich Bauchkrämpfe. Ich dachte mir, das passiere eben manchmal (hatte ich schon hin und wieder, wenn ich etwas "Schlechtes" am Vortag gegessen hatte). Zu Mittag waren kurze Dreharbeiten für einen Film in Floridsdorf geplant, also fuhr ich dorthin. Der Dreh war sehr angenehm, nur die Bauchkrämpfe wurden stärker. Auf dem Weg nach Hause schaute ich bei einer Apotheke vorbei und fragte dort, ob sie ein Mittelchen gegen Bauchkrämpfe hätten. Ich bekam ein Medikament, welches ich gleich dort einnahm und ging dann Richtung S/U-Bahnhof Floridsdorf.

    Ich dachte, ein bisschen in der Sonne zu liegen, würde mir gut tun. Außerdem hieß es, dass das Medikament eine Viertelstunde brauche, bis es anschlägt. Jedoch wurden die Bauchkrämpfe nicht besser. Mir wurde übel und ich entschied, zu meiner Firma in die Dresdner Straße zu fahren, da das näher als Zuhause lag und ich nicht sicher war, ob ich es noch bis in den 9. Bezirk schaffe, sollte ich erbrechen müssen. Dort könnte ich zumindest auf ein anständiges Klo gehen, wenn denn doch etwas kommen sollte.

    Dort angekommen, dauerte es nicht lange und ich musste erbrechen. Normalerweise ist so etwas ja ziemlich reinigend für den Körper und ich ging davon aus, dass es mir jetzt wieder besser gehen würde. Die Übelkeit war zwar weg, aber die Bauchkrämpfe wurden nicht bessser — das Gegenteil war der Fall.

    Nun, dann blieb mir kein Ausweg mehr. Ich rief beim Notruf 144 an. Der Mann am anderen Ende der Leitung fragte mich gleich, warum ich nicht schon am Morgen angerufen hätte, was mich doch etwas verärgerte. Blöde Frage — am Morgen war es auch noch nicht so schlimm! Nichtsdestotrotz meinte er, ich müsse wohl länger warten, da gerade viele Rettungswägen unterwegs seien und am Freitag Nachmittag generell viel auf den Straßen los sei.

    Ich legte mich auf eine Couch und wartete. Es dauerte sicher eine halbe Stunde, bis endlich 2 Sanitäter kamen. Die Standard-Prozeduren wurden gemacht (Blutdruck, Schnell-Bluttest, etc.), dann ging ich mit ihnen runter zum Rettungswagen. Wir wurden dem Wilhelminenspital zugeteilt, aber die Fahrt dorthin dauerte auch mindestens eine Dreiviertelstunde. Ja ja, der Freitags-Berufsverkehr.

    Endlich im Spital angekommen, musste ich wieder etwa eine Dreiviertelstunde warten. Mir wurde gesagt, es wären derzeit einige Notfälle. Nach der 3. Bitte an eine Schwester, schnell einen Arzt kommen zu lassen, kam endlich ein zuständiger. Ich bekam einen Venenkatheter, wurde an einen Tropf gehängt und die Infusion linderte endlich meinen Schmerz. Es wurde gemutmaßt, dass es der Appendix (Wurmfortsatz des Blinddarms) sei, aber für eine definitive Diagnose musste ich noch zur Ultraschalluntersuchung. Nach kurzer Zeit kam ich dorthin und wurde von 2 Ärztinnen untersucht. Es schien zunächst nicht so eindeutig, erst die 2. Ärztin fand den "kleinen Wurm". Dann wurde auch noch der, sogar meiner Mutter bekannten, "Drucktest" (weiß nicht, ob der einen offiziellen Namen hat) gemacht: man drückt in den Bauch auf der anderen Seite des Blinddarms (also links) und lässt dann los — wenn das "Zurückweichen des Gewebes" weh tut, ist es wahrscheinlich eine Appendizitis (landläuftig, aber fälschlicherweise als "Blinddarmentzündung" bekannt). Und so war es. Mir wurde gesagt, man müsste den Appendix heute noch entfernen.

    Ich kam in ein Krankenzimmer und musste noch ca. 2 Stunden warten, da gerade einige andere Operationen durchgeführt wurden; aber aufgrund der schmerzlindernden Infusion war dies sehr erträglich. Meine Daten wurden aufgenommen und ich musste eine Einverständniserklärung unterschreiben, dass ich mit einer Vollnarkose und der OP einverstanden sei. Zu diesem Zeitpunkt informierte ich auch ein paar Angehörige und Freunde über meinen Status. Mein Bruder rief schließlich 20 Minuten vor der Operation an und riet mir davon ab, da die Letalitätsrate bei einer Appendix-Operation bei 1% sei. Ich ließ mich nicht davon beirren und um ca. 22:00 in den Operationssaal schieben.

    Zugegeben, ein bisschen Angst hatte ich schon. Ich war schon ewig nicht mehr in einem Krankenhaus und hatte eigentlich erst 2 Operationen mit Vollnarkose in meinem Leben, welche mehr als 15 Jahre zurückliegen. Im OP-Saal wurde mir per Spritze gleich etwas in den Katheter gespritzt. Die Ärztin meinte, dass sei nur ein Beruhigungsmittel und ich antwortete, es würde schon ein bisschen wirken. Ich dachte, sie würden noch ein Weilchen brauchen, bis sie mich richtig narkotisieren, aber das war das letzte, an das ich mich erinnern konnte.

    Ich wachte aus einem tiefen und angenehmen Schlaf aus. Nachdem ich wieder halbwegs geistig anwesend war, wurde ich wieder in mein Zimmer geschoben. Da war es in etwa Mitternacht. Kurz darauf schlief ich erschöpft ein.

    Am nächsten Morgen, bzw. schon um 6:00, ließ mich eine Schwester wissen, dass meine Mutter nach der OP angerufen habe und sie ihr mitgeteilt hätten, dass alles reibungslos verlaufen sei. Etwas später rief ich selber an und ließ auch einige andere Leute wissen, dass es mir gut gehe. Ich probierte auch zum ersten Mal wieder aufzustehen, denn die Blase war doch schon etwas voll geworden.

    Somit begann mein Krankenhausalltag im Wilhelminenspital, Pavillon 28, E-Ost, Zimmer 6. Frühstück um 7:30, Mittagessen um 12:00, Kaffee um ca. 14:00 und Abendessen um 17:00. Jedes Krankenbett hatte seinen eigenen Fernseher. Ich versuchte, mich langsam wieder an Bewegung zu gewöhnen, indem ich jeden Tag einige Male im Stockwerk hin- und herging. Nur den ganzen Tag liegen oder sitzen würde ich nicht aushalten; andererseits wurde das Stockwerk nach der 50. Inspektion auch etwas fad. Der Schmerz ließ von Tag zu Tag nach, aber sehr langsam.

    Ich erfrug von den zuständigen Ärzten nähere Details über meine OP. Es wurde mir gesagt, dass der Appendix schon sehr entzunden und dass es höchste Zeit war, ihn rauszunehmen. Außerdem war er ungewöhnlich groß (laut Wikipedia beträgt die durchschnittliche Größe etwa 11cm); das fand ich ganz interessant, denn ich hatte mich noch nie genau über den Wurmfortsatz informiert und dachte immer, er sei überhaupt nur ein paar wenige Zentimeter groß.

    Die OP erfolgte nicht laparoskopisch, es wurde also ein relativ großer Schnitt in den Bauch gemacht. Wenn ich mich recht entsinne, wurde das damit begründet, dass die Entzündung bereits sehr fortgeschritten war. Eine größere Öffnung erleichtere das Manövrieren und Auffinden aller entzündeten Teile. Aber mir ist das eigentlich sowieso ziemlich egal, denn Narben zieren. Und große Narben zieren groß. ;)

    Am Tag nach der Operation, am , wurde ich bereits von meiner Mutter und meinem Bruder besucht. Sie brachten mir ein paar Sachen, unter anderem mein Netbook, aus der Wohnung. Mit dem Netbook war mir dann nicht ganz so langweilig. Am besuchte mich Ulli und am Marilies, welche mir ebenfalls noch ein paar Sachen aus der Wohnung holte. Am ging es mir dann so gut, dass die Ärzte meinten, ich könne heimgehen. Schonen müsse ich mich aber natürlich trotzdem noch die nächsten Wochen. Ich enthielt meine "Entlassungspapiere", blieb noch zum Mittagessen und verließ dann das Wilhelminenspital.

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