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    Die verrückte Welt der Ute Bock

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    Am Nationalfeiertag war ich zum ersten Mal bei einem Film der Viennale. Ja ich weiß, etwas peinlich für einen Filmschauspielschüler, erst mit 27 Jahren zum ersten Mal bei der Viennale zu sein. Der gezeigte Film im Gartenbaukino hieß Die verrückte Welt der Ute Bock und war quasi das Sequel zu Bock for President, der vor einem Jahr Premiere hatte.

    Bock for President habe ich leider noch nicht gesehen, aber was ich gehört habe, soll es eine reine Doku sein, in der der Alltag der österreichischen Asylhelferin Ute Bock 2 Jahre lang mit der Kamera begleitet wurde. Die verrückte Welt der Ute Bock entstand laut Aussage des Regisseurs Houchang Allahyari (er war bei der Premiere natürlich auch anwesend) dadurch, dass Frau Bock damals während der Dreharbeiten zum ersten Film so viele Geschichten aus ihrem Alltag zu erzählen hatte, die man der Öffentlichkeit nicht vorenthalten wollte.

    Heraus kam ein halbdokumentarischer Film: einerseits Ute Bock und weitere "echte" Personen, die sich selbst "spielen", andererseits durchaus hochkarätige österreichische Schauspieler wie z.B. Karl Markovics, die wahre Begebenheiten aus Bocks Alltag mit ihr (oder auch ohne sie) nachspielen.

    Die moralische und menschliche Aussage dieses Films ist klar: ein Portrait über Menschlichkeit und Nächstenliebe, die in diesen Zeiten mehr als notwendig sind.

    Jedoch, filmisch gesehen ist Die verrückte Welt der Ute Bock nicht so aufgegangen: der Kontrast zwischen Doku und Spielfilm hat in einigen von den gespielten Szenen ziemlich künstlich gewirkt. Teilweise gab es Szenen wie aus einer Am Schauplatz-Doku, gleich gefolgt von einer gespielten Sequenz aus dem Drehbuch. Dabei war es aber interessant (und für mich als angehenden Schauspieler sogar irgendwie beruhigend) zu sehen, dass sogar wirklich gute Schauspieler trotzdem künstlich vor der Kamera rübergekommen sind. Es gibt halt doch nichts Realeres als das Leben und selbst das beste Drehbuch kommt nicht an die Wirklichkeit ran. Eine Doku wirklich überzeugend mit einem Spielfilm zu vereinen ist offenbar eine Mammutaufgabe. Die Highlights des Films waren für mich die saloppen und schlagfertigen Sprüche von Frau Bock.

    Nichtsdestotrotz: Hut ab vor Ute Bock, auf dass sie noch lange tätig sein und auch vielleicht mal etwas in der Politik bewegen kann. An dieser Stelle sei auch auf die Homepage des Vereins Ute Bock verwiesen, auf der es die Möglichkeit gibt, für ihr Projekt zu spenden.

    Auf einer Skala von 1 bis 10 bekommt dieser Film ****** 6 goldene Wiener Herzen (obwohl Frau Bock in Linz geboren wurde).

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