Die Dechantlacke
Es gibt ja echt tolle Plätzchen in Wien. Einer davon ist die Dechantlacke. Vor 2 Jahren hat mir mein Bruder diesen kleinen Badesee im Südosten von Wien, in der Lobau, gezeigt. Ich war von Anfang an begeistert. Das Wasser dort war wärmer als das Wasser im Freibad in St. Pölten, in welches ich vor 2 Jahren recht oft ging. Außerdem waren nicht so viele Leute dort wie in Freibädern. Und es gab da noch diese tolle Wurzel, die in der Mitte des Sees schwamm; eine riesige alte Baumwurzel, die angeblich schon seit Jahren dort schwimmen soll und einfach nicht verrottet. Man konnte auf ihr rumkraxeln, sie drehen, auf ihr liegen und sich sonnen, etc. Ich habe mit Googles Hilfe ein tolles Herbstphoto der Dechantlacke mit der Wurzel gefunden.
Nicht zu vergessen natürlich ein wichtiger Punkt, warum die Dechantlacke so toll ist: dort ist FKK-Bereich! Vor 3 Jahren kam ich auf den FKK-Geschmack, als ich auf der Donauinsel im FKK-Bereich herumschwamm. Allerdings nur eine halbe Stunde oder so, da ich mir beim Baden etwas eingetreten hatte und mein Fuß heftig blutete. Daraufhin habe ich mir die Wunde von 2 Zivildienern in der Nähe verarzten lassen; mit Schwimmen war's dann vorbei.
Vor 2 Jahren lernte ich dann die Dechantlacke kennen, allerdings empfand ich den Weg dorthin so mühsam und weit, dass ich damals nur ein einziges Mal dort war und vergangenen Sommer überhaupt nicht.
Letztes Jahr entdeckte ich, dass es am Ratzersdorfer See bei St. Pölten ebenfalls einen FKK-Bereich gibt. Ich war 4 oder 5 mal dort; als ich dort aber mal eine kleine Süßwasserqualle an der Oberfläche schwimmen sah, verging mir irgendwie die Lust, dort weiter zu schwimmen. Zwar sind diese kleinen Quallen angeblich harmlos, irgendwie fand ich's aber trotzdem eklig.
Vor ein paar Monaten habe ich ein Mädel kennengelernt, die ein bis zweimal pro Woche zur Dechantlacke fährt. Da wir schnell merkten, dass wir da ein gemeinsames Freizeit-Interesse haben, machten wir uns aus, mal öfter gemeinsam hinzugehen. Das haben wir inzwischen schon zweimal gemacht.
Beim ersten Mal war es recht kühl und außer ein paar Sonntagsausflüglern war bei der Dechantlacke nicht viel los. Im Wasser war eigentlich niemand. Wir beide waren aber trotzdem so mutig und stürzten uns in die kalten Fluten. Ich hasse niedrig temperiertes Badewasser, aber nach einer Weile gewöhnt man sich dran. Wir drehten ein paar Runden bis uns kalt war und legten uns dann in die wolkenverhangene Sonne. Geregnet hat es zum Glück nicht. Meine geliebte im See schwimmende Wurzel war allerdings verschollen.
Vergangenen Donnerstag waren wir wieder bei der Dechantlacke. Wir waren früh dran, zur Mittagszeit, um es richtig auskosten zu können. Anfangs war es kühl und wolkenverhangen, aber im Laufe des Nachmittags zeigte sich die Sonne mit ihrem Licht und ihrer Wärme. Und dann gab es noch eine Überraschung: die Wurzel war plötzlich wieder da! Im Gespräch mit einer anderen regelmäßigen Besucherin der Dechantlacke erfuhren wir von der geheimnisvollen Wurzel im See...
Angeblich soll die Wurzel vor Winterbeginn spurlos verschwinden und erst im Sommer wieder auftauchen. Sie sei schon circa 20 Jahre in dem See und immer noch nicht verrottet. Die Besucherin sagte auch, dass sie oft im Winter mit ihrem Hund zur Dechantlacke geht, aber die Wurzel bisher nie gefunden hat. Sehr mysteriös... Falls die Wurzel wieder verschwinden sollte, hier ein paar Erinnerungsphotos vom 10. Juli 2008:


