Vor ein paar Jahren hat mein Bruder noch im 5. Bezirk gewohnt. Damals habe ich mein Fahrrad dort einfach im Gang stehengelassen. Der Sattel hatte sich schon komplett aufgelöst, nur mehr der Hartkunststoff darunter war übriggeblieben. Dummerweise ist mein Bruder aber dort weggezogen und ich wollte das Rad halt irgendwann mal holen, wenn ich in der Gegend war. Daraus wurden mittlerweile etwa 3 Jahre.
Gestern habe ich den Beschluss gefasst, mein Fahrrad endlich aufzusuchen; mit der Befürchtung, dass es inzwischen längst von den Hausverwaltern entsorgt worden sein könnte. Ich begab mich heute Nachmittag in das Haus und was fand ich? Mein Fahrrad!
Mein gutes altes Fahrrad
Unglaublich! Irgendwie hätte ich nicht damit gerechnet, dass es noch dort steht. Abgesehen von der dicken Staubschicht und den 2 Patschen (bin mir nicht sicher, ob die nicht schon vor 3 Jahren waren), schaut es noch aus wie in meiner Erinnerung. Einen neuen Sattel werde ich mir kaufen müssen. Und überprüfen, ob die Luft nur ausgegangen ist oder ob die Schläuche Löcher haben.
Schließlich musste ich das Fahrrad dann eher kompliziert nach Hause schieben (über die S-Bahn, da man in der Bim kein Fahrrad transportieren darf und die U-Bahnen nicht ideal liegen). Das wird ein Fahrrad-Sommer, ich spür's!
Es ist noch anzumerken, dass ich es sehr interessant finde, wie es den Bewohnern des Gebäudes und der Hausverwaltung entweder nicht auffällt, oder es schlichtweg egal ist, ob da 3 Jahre ein Fahrrad unangetastet rumsteht. Mich würde sehr die Reaktion der Bewohner darauf interessieren, da nun dieses staubige alte kaputte Ding plötzlich auf Nimmerwiedersehen für immer verschwunden ist.
Reservierungen unter der auf dem Plakat angegebenen E-Mail-Adresse sind dringend empfohlen, da sich schon viele Leute für die Auftritte angemeldet haben und wir bei der Abendkasse für keine freien Plätze mehr garantieren können!
Ich und meine Kollegen freuen uns über zahlreiche Besucher!
Seit ein paar Tagen ist es vollzogen. Ich habe das Studentenheim in der Tendlergasse hinter mir gelassen und bin jetzt mit einer Freundin in eine größere Wohnung gezogen. Zeit, ein bisschen nostalgisch über das "Tendlerheim" zu rekapitulieren.
Ich habe vom bis zum dort gewohnt, also fast die ganze Zeit während meiner Schauspielausbildung an der 1st filmacademy. Zu der Wohnung war ich durch einen Freund gekommen, der schon in meinem zukünftigen Zimmer wohnte (es gibt dort nur Doppelzimmer). Ende Mai 2008 zog mein Vorgänger aus dem Heim aus und somit war Platz für mich.
Oft ließ ich mir sagen, dass dieses Zimmer wohl das beste im ganzen Heim war. Immerhin war es im Vergleich zu anderen Zimmern sehr groß und hatte einen exklusiven Balkon, der fast größer als die Wohnung war. Ideal, um im Sommer draußen zu liegen, zu grillen oder sogar einen kleinen aufblasbaren Swimmingpool aufzustellen (von diesen Dingen hab ich nur ersteres gemacht, und das zu selten). Beide Bewohner schliefen im selben Zimmer (Wohnzimmer), aber zumindest stand dazwischen ein Bücherregal, um zumindest ein bisschen Privatsphäre zu geben. Mein Glück war, dass mein Mitbewohner oft auswärts schlief und tagsüber nicht immer hier war. :)
Nach ca. 2 Jahren verließ mich der Mitbewohner und es begann eine Phase des Alleinseins; da er während des Semesters ausgezogen war, kam so schnell kein neuer Student nach. Das Doppelzimmer nur für mich zu haben fand ich jedoch gar nicht schlimm, denn für eine Person war die Wohnung perfekt (für zwei Personen, die ständig dort sind, ist es im Nachhinein betrachtet doch recht eng).
Im Herbst 2010 kam dann schließlich ein neuer Student zu mir. Für diesen war die Wohnung aber nur eine Übergangslösung bis er mit Freunden eine WG gründen würde (so sagte er mir) und deshalb war er nach einem halben Jahr auch schon wieder verschwunden. Ein paar Wochen später bekam ich dann wieder einen neuen Zimmerkollegen, der zwar schon im Heim gewohnt hatte, aber in ein anderes Zimmer wechseln wollte. Dieser wohnt jetzt noch dort.
Nicht ganz 4 Jahre war ich im Tendlerheim - es fühlt sich viel länger an, wenn ich so drüber nachdenke. Es war eine schöne Zeit zum größten Teil, aber in der neuen Wohnung mein eigenes Zimmer zu haben, lässt mich zufrieden in die Zukunft blicken.
Nach 2 Jahren Unterbrechung konnte ich zwischen Weihnachten und Silvester wieder mit Katrin die Tradition fortführen, dass wir uns einen Kinofilm im Cinema Paradiso in St. Pölten ansehen; Katrin ließ ihre Tochter für ein paar Stunden bei ihren Eltern. Am sahen wir uns im neuen Saal 3 Habemus Papam des italienischen Regisseurs Nanni Morettian.
Der Film beginnt mit dem Begräbnis des (vorigen) Papstes und dem daraufhin folgenden Konklave der Kardinäle aus aller Welt um einen neuen Papst zu wählen. Nach wenigen Wahlvorgängen steht der überraschende "Sieger" fest: Kardinal Melville, ein Außenseiter, mit dem niemand gerechnet hätte. Am wenigsten er selbst. Kurz bevor er als neuer Papst vor die versammelten Schäfchen am Petersplatz tritt, packt ihn allerdings die Angst und er läuft davon. Er fühlt sich überfordert und dem Amt absolut nicht gewachsen. Die anderen Kardinäle und Bediensteten des Vatikans erkennen bald, dass Melville professionelle Hilfe braucht — sie holen einen Psychologen herbei (gespielt von Moretti selbst), der den neuen Papst therapieren soll. Dies entpuppt sich allerdings als äußert schwierig, wenn 20 Kardinäle während der Therapie mithören und man gewisse persönliche und private Themen nicht ansprechen darf.
Nach dem Besuch bei der Ex-Frau des Psychologen (ebenfalls eine Psychologin), büxt der neue noch nicht ganz offizielle Papst (keiner außerhalb des Vatikans weiß, wer nun wirklich gewählt wurde) einfach aus und taucht in Rom unter.
Der Film war sehr kurzweilig. Die Story ist nicht sehr komplex, unerwartete Wendungen im Plot sind auch nicht vorhanden. Brachialhumor oder auch nur leiseste Kritik irgendeiner Form an der katholischen Kirche sucht man ebenfalls vergeblich. Teilweise werden Handlungsstränge geöffnet, die dann aber nicht abgeschlossen werden (z.B. die Beziehung Melvilles zum Theater); somit stellt der Film mehr Fragen als er Antworten gibt. Habemus Papam lebt vor allem von den Schauspielern, allen voran natürlich dem Hauptdarsteller Michel Piccoli. Er stellt den vollkommen überforderten, aber tief innen drin herzensguten Kardinal/Papst sehr menschlich und liebenswürdig dar.
Ob die Darstellung des Konklaves und des Prozederes im Vatikanstaat vollkommen korrekt ist, vermag ich nicht zu sagen. Falls es jedoch so ist, deckt der Film auch hier ein paar Wissenslücken ab.
Wer leichtes verträumtes Kino mag, der wird an Habemus Papam seinen Gefallen finden. Wer Kirchenkritik oder eine Komödie erwartet, wird definitiv enttäuscht werden. Auf einer Skala von 1 bis 10 bekommt dieser Film 6 Kardinalshüte.
Klarstellung: ich bin Nichtraucher und habe — abgesehen von insgesamt höchstens 10 Zügen die ich im Laufe meines Lebens probiert habe — nie geraucht. Trotzdem bin ich kein radikaler Nichtraucher: meine Mutter hat immer geraucht, somit bin ich als Passivraucher aufgewachsen. Es hat mich nie sonderlich gestört, wenn jemand im Gasthaus neben mir raucht; wenn es manchmal doch zuviel wird, habe ich entweder die Person gebeten, in die andere Richtung zu rauchen, das Rauchen einzustellen oder ich habe mich einfach einen Meter weiter weg gesetzt. Ich werde sicher niemals rauchen; es schmeckt mir nicht, ich bekomme Hustenanfälle und es ist Geld- und Zeitverschwendung. Trotzdem bin ich tolerant und sage, dass ein Mensch das Recht hat zu rauchen, wenn er möchte. Ich gestehe den Menschen ihre Süchte (welche das auch immer sind) zu, denn jeder ist seines eigenen Glückes (und seiner eigenen Gesundheit) Schmied.
In Österreich haben wir ein neues, sehr strenges, Raucher- bzw. Nichtraucherschutzgesetz. Grundsätzlich finde ich das ja gut, wenn der Staat dabei hilft, dass seine Bewohner gesünder leben (liegt ja auch im Interesse des Staates). Jedoch haben diese neuen gesetzlichen Bestimmungen ihre Tücken: beispielsweise müssen gastronomische Betriebe im Vergleich zum Raucher- einen größeren Nichtraucherbereich anbieten. Ausnahmen gibt es nur, wenn das Lokal sehr klein ist oder bei speziellen Sondergenehmigungen.
Mir ist zum Beispiel ein Fall bekannt, in dem ein Wiener Gasthausbesitzer eines seiner Lokale — weil es ihm bautechnisch nicht möglich war, das Lokal so umzugestalten, um diese gesetzlichen Bedinungen zu erfüllen — zusperren musste.
Mir selbst wurde (zumindest indirekt) ebenfalls von diesem Gesetz bereits Schaden zugefügt: meine Pradler-Theatergruppe musste deshalb eine Aufführung wenige Tage vorher absagen. Das kam so: der 1. Stock im Centimeter in Gersthof, welchen wir bespielen, ist der offizielle Nichtraucherbereich. Normalerweise sitzt dort niemand oben, die meisten Gäste sitzen sowieso unten im Raucherbereich. Wenn wir dort oben aber unsere Kulissen aufbauen und Sessel für das Publikum aufstellen, verringert sich der verfügbare Platz für Nichtraucher; es gibt im Lokal dann mehr Raucher- als Nichtrauchersitzplätze, was laut dem neuen Gesetz illegal ist und für den Lokalbesitzer und in zweiter Linie wohl für unsere Theatergruppe ziemlich hohe Strafzahlungen nach sich zieht. Somit ist es uns aufgrund dieses Gesetzes nicht mehr möglich, im Centimeter in Gersthof zu spielen (wo wir jahrelang gespielt haben).
Eine aktuelle Absurdität ist die Anzeige gegen die neue Westbahn-Gesellschaft, welche in ihren Zügen "Raucher-Lounges" anbietet. Züge sind ein öffentliches Verkehrsmittel (wo ein absolutes Rauchverbot herrscht), also müssten die Raucher-Lounges entfernt werden. Soweit ich weiß, schöpft die Westbahn gerade alle juristischen Mittel gegen diese Bestimmung ein. Ich bin inzwischen 4 mal mit der Westbahn gefahren und die Raucher haben mich nicht gestört.
Obwohl ich Nichtraucher bin, finde ich dieses Gesetz eine Fehlentwicklung. Es bietet den Nichtrauchern nur sehr wenig Verbesserung (sie werden trotzdem im Lokal lieber gesellig mit den Rauchern zusammensitzen) und hat offenbar bei einigen österreichischen Betrieben nur für mehr (finanziellen) Ärger als Nutzen gesorgt. Es wäre zu wünschen, dass es gekippt wird, aber derzeit befürchte ich, dass diese drakonische Anti-Raucher-Politik in Österreich nur noch stärker wird. Oder ganz salopp gesagt: das Gesetz nervt! Sogar Nichtraucher!
Heute Nacht (etwa kurz nach ) kam ich mal wieder an meinem Stamm-Würstelstand neben der U6-Station Währinger Straße-Volksoper vorbei, an der ich mir in der Vergangenheit des öfteren einen Bosna zwecks Stillen des nächtlichen Hungers gekauft hatte. Seit einigen Wochen bieten sie dort Bosna und Berliner Curry-Wurst extra scharf an, mit verschiedenen Stufen der Schärfe. Die beiden schärfsten Angebote haben die Beinamen "Amoklauf" (200.000 Scoville) und "Todesstrafe" (1.000.000 Scoville). Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass keinerlei Haftung für eventuelle Schäden übernommen wird. Immerhin ist das AKH nur eine U-Bahnstation entfernt. Zum Löschen wird außerdem ein Glas Milch um 70€¢ angeboten. Angeblich musste ein Kunde beim Modell "Todesstrafe" wirklich schon zum AKH laufen, weil er sich versehentlich mit "scharfen Fingern" die Augen ausgewischt hatte.
Ich konnte der spontanen Versuchung nicht widerstehen und bestellte mir einen Bosna Modell "Amoklauf". Es war nicht einfach, ihn zu verzehren, da zwischendurch immer wieder die Schärfe in großen Schüben durchbrach. Außerdem musste ich mir kontinuierlich Tränen und Rotz mit einer beträchtlichen Menge Servietten wegwischen. Andererseits musste ich aufpassen, mit meinen von der Schärfe getränkten Händen (bzw. indirekt den Servietten) nicht meine Augen oder Nasenschleimhäute zu berühren. Letztendlich war ich siegreich und gönnte mir zum Entschärfen ein Glas Milch.
Lustigerweise hatte ich 2 Wochen zuvor bei der Pradler-Weihnachtsfeier in einem chinesischen Restaurant schon ein extra-scharfes Gericht bestellt, in dem einige sehr kleine Chili-Schoten versteckt waren. Damals kam ich doch tatsächlich auf die wahnsinnige Idee, in eine von diesen hineinzubeißen, sie genüsslich zu Zerkauen und Runterzuschlucken. Oh, wie habe ich das bereut! Ich musste meine Mahlzeit für 10 Minuten unterbrechen; mir wurde extrem heiß und es stellte sich fast ein leichter Rauschzustand ein, vergleichbar zu Alkohol. Das war wohl das Schärfste, was ich bis jetzt gegessen habe.
Mit der Scoville-Skala bin ich leider nicht sehr vertraut, aber wenn der Bosna heute Nacht 200.000 Scoville hatte und das Maximum bei dem Würstelstand 1.000.000 Scoville beträgt (was offenbar wirklich für manche Menschen gefährlich sein kann), dann würde ich mal um den Daumen peilen, dass die Schoten beim Chinesen etwa 400.000 bis 600.000 Scoville ausmachten.
Mal schauen, inwieweit ich meine Veträglichkeit von Schärfe in Zukunft noch trainieren werde.
Die Verpackung sieht heute ein wenig moderner aus als damals
Vor ein paar Wochen habe ich in einem Geschäft in der Millennium City Double Dip wiederentdeckt. Das habe ich schon mindestens 15 Jahre lang nicht mehr gegessen. Hätte nie gedacht, dass ich das nochmal irgendwo sehe. Natürlich habe ich mir gleich eine Packung gekauft; mit der Konsumation habe ich allerdings bis heute gewartet, ich wollte den Moment genießen.
Ein Brausestangerl, welches man ableckt und dann abwechselnd in 2 Kammern Brausepulver mit den Geschmacksrichtungen Orange und Kirsche taucht. Die Erinnerung! Der süße leckere Kirschgeschmack. Awesome! Der säuerliche fruchtige Orangengeschmack. Tasty! Double Dip habe ich mir als Kind sehr oft im Parkbad in Wilhelmsburg gekauft. Die Nostalgie! Ach, ich liebe es. Und zufälligerweise führt der Süßigkeitenladen bei mir um die Ecke ebenfalls Double Dip. Herrlich! Für besondere Momente wird es jetzt immer eine Packung geben.