Instant Messenger am Mobiltelephon
Letzten Samstag hatte ich mal wieder einen Komparsendreh (für den Film Schuldig). Wie meistens gab es lange Wartezeiten zwischen den Einstellungen, das war vor allem bei der Hitze nicht so toll.
Durch Langeweile angetrieben installierte ich mir am Handy über GSM den in Java implementierten Instant Messenger bing (ein Freeware-Programm von sms.at).
Die Installation verlief einfach auf meinem Samsung SGH-E780: auf der WAP-Downloadseite von bing einfach den Hyperlink geklickt, und das JAD-File runtergeladen, welches die nötigen MIDlets nachlädt und installiert. Auch interessant, mal herauszufinden, wie das funktioniert. :)
Nach dem Download war ein neuer Menüpunkt in meinem Java-Menü am Handy verfügbar, sinnigerweise hieß er "bing". Ich startete bing und wurde aufgefordert eine Internet-Verbindung zuzulassen. Ich bestätigte, kam in ein Menü wo ich Handynummer, Name, Geschlecht und ein paar andere solche Sachen eingeben musste und wurde eingeloggt. Nun konnte ich im Menü von bing ICQ-, MSN- und AIM-Accounts freischalten (Yahoo! oder Jabber/XMPP gibt's nicht).
Von diesen 3 unterstützten Protokollen habe ich nur ICQ und MSN, also gab ich für beide meinen Usernamen und mein Passwort ein und schon wurden meine Kontakte aufgelistet. Das Chatten selbst ist logischerweise dem SMS-Schreiben ähnlich. Da nur Text (mit einigen wenigen Meta-Daten schätze ich) über die GSM-Verbindung übertragen wird, hält sich das Datenvolumen in Grenzen und wird nicht sonderlich teuer. Würde ich für SMS 25 €¢ zahlen, würde mir das "bingen" billiger kommen.
Das Programm (genauer gesagt, die Widgets) war so steril wie die meisten Java-Anwendungen. Es gab beim Schreiben immer wieder ein paar graphische Darstellungsfehler, Verzögerungen und Momente, wo es auf Tastendruck keine Reaktion gab; dabei dachte ich jedesmal, dass das Programm sich aufgehängt hätte — aber nach einigen Sekunden gab sich alles wieder.
Fazit: interessantes Programm. Sehr praktisch, wenn man unterwegs ist und sich Langeweile breit macht. Allerdings hab ich Sicherheitsbedenken: wo werden der Username und das Passwort von meinen beiden IM-Diensten gespeichert? Auf einem Server von bing oder auf meinem Handy? Das ist mir nicht ganz klar. Aber da es Java-Bytecode ist, könnte man theoretisch das Programm dekompilieren, oder?