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    Tofu

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    Vergangenen Samstag hatte ich die Ehre, bei der Schwester einer Freundin (ja, auch ich habe Freunde) einer Tofuwürstel-Verkostung beizuwohnen. Nein, noch schlimmer: ich musste mitmachen. Dies alles geschah im Rahmen einer Arbeit für die BoKu Wien, an der die Schwester meiner Freundin studiert.

    Skepsis machte sich zunächst breit. Vor Jahren wurde ich bei einer Bekannten (oder Verwandten?) meiner Mutter schon mal dazu genötigt, den genannten Fleischersatz zu verzehren. Ich war damals zu dieser Bekannten mitgefahren mit der großen Hoffnung ein Gratis-Essen zu bekommen. Diese Bekannte servierte uns (uns = in diesem Fall meine Mutter, mein Bruder und meine Wenigkeit) einen Teller mit 2 steak-artigen Laibchen zusammen mit einer Beilage an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Jung und naiv wie ein pubertierende Teenager nur sein kann schenkte ich der versichernden Aussage "Das schmeckt wie Fleisch!" Glauben, wurde aber nach einem Bissen eines Besseren belehrt.

    Es ist immer das selbe mit Essens-Einladungen: einerseits eine (moderate) Freude, von jemandem etwas geschenkt zu bekommen, aber andererseits dann auch die gesellschaftliche Verpflichtung, die vorgesetzte Speise zumindest zu kosten, auch wenn man sich schon beim ersten Anblick fragt: "Ist das nicht das, was meine Katze gestern in ihre Kiste gemacht hat?"

    Egal, was ihr eingefleischten (hehe, Wortwitz!) Vegetarier und Veganer sagt, nur Fleisch schmeckt wie Fleisch!

    Ich aß übrigens nur 1 Stück steak-artiges Tofu und drückte danach mit meiner umwerfenden Mimik aus, dass ich nicht sehr angetan davon war, was die Bekannte meiner Mutter zwar mit Enttäuschung, aber völlig zu recht hinnahm.

    Zurück zum eigentlichen Thema. Einige andere Freunde, Verwandte und Bekannte waren zur Tofuwürstel-Verkostung gekommen. Nacheinander beurteilten wir zunächst Verpackung, Preis und Inhaltsstoffe (laut Etikett) der Tofu-Würstel. Der Freund meiner Freundin vergab allen Verpackungen, die "bundesdeutsche" Bezeichnungen wie z.B. "Wiener" trugen grundsätzlich schon mal eine schlechte Note. Zu recht. Kann ja nicht so schwer sein, ein österreichisches Pickerl zu drucken und stattdessen auf die Verpackung zu kleben.

    Ich blieb fair und beurteilte nur die Äußerlichkeiten (so wie es die meisten Menschen auch mit anderen Menschen machen). Ich war erstaunt, denn die Tofu-Würstel sahen wirklich wie Würstel aus. Also richtige Würstel. Während der Packungsbeurteilung kam unter den Teilnehmern die philosophische Frage auf, warum man denn Nahrung aus Tofu denn auch in Würstelform bringen muss — eine böse Konspiration der Vegetarier-Industrie um den Fleischfressern, die die Verpackung nicht so genau ansehen, pflanzliche Nahrung unterzujubeln?

    Schließlich wurden die Tofu-Würstel endlich in die Pfanne gehauen. Ich probierte als erstes einen Bissen von einer Sorte, die wie ein Wiener Frankfurter aussah. Rein äußerlich war selbst das aufgeschnitte Würstel kaum von einem "echten" zu unterscheiden. Die Konsistenz schien etwas weniger fasrig zu sein und das Tofu-Würstel "saftelte" nicht so sehr wie die aus Fleisch. Der Geruch war praktisch derselbe wie bei Fleischwürsteln.

    Ich biss hinein. Hmm. War gar nicht so schlecht. Die Konsistenz war etwas weich, die Haut nicht so knackig (Naturdarm kann man im Fall von Tofu-Würsteln ja nicht nehmen), aber vom Geschmack her war's okay. Interessanterweise war dieses Würstel auch schon eines der besten von den 8 Sorten. Nur eines probierte ich noch, ein geräuchertes, welches besser schmeckte. Alle andere waren teilweise um einiges schlechter. Das Problem bei den meisten Tofu-Würsteln war die Konsistenz, nicht mal so sehr der Geschmack.

    2 Sorten fielen mir negativ auf: eine Variante der geräucherten Tofu-Wurst von der selben Firma, die aber auch noch zusätzlich mit Reis (!) gefüllt war, und eine in der Verpackung durchaus lecker aussehende, aber in fertiger Form unappetlich aussehende und nach Semmelknödeln schmeckende Möchtegern-Bratwurst.

    Alles in allem eine interessante Studie. Wenn ich vergleiche, was mir Vegetarier bis jetzt schon alles vorgesetzt haben wenn sie mir ein Essen zubereitet wollten, dann muss ich sagen, ist mir die gekaufte Tofu-Wurst aus dem Supermarkt um einiges lieber.

    All meine vegetarischen Leser seien nun noch auf einen Artikel von Maddox verwiesen. Ich glaube, ich werde jetzt auch Vegetarier sponsern. :D

    Vegetarier und Veganer bitte hier klicken! (Seite auf Englisch)

    5 Kommentare

    Sara

    öhm...also deine beschreibung liest sich irgendwie etwas ekelig...





    also ich als geflügelfleischesserin muss mal feststellen, dass manche tofuwürstchen besser schmecken als eine schweine- oder rinderfleischprodukte ;)

    Marcus

    Hat zwar kaum mit dem Thema zu tun, aber heute hab ich beim Chinesen zum ersten Mal Ente gegessen. Das Fleisch war aber ziemlich fett — ich würde sagen, Enten sind die Schweine unter den Geflügeln. ;)

    Sara

    jappund genau deshlab ist ente so lecker *find*

    schließlich ist fett geschmacksträger ;)

    Marcus

    Das mit dem Geschmacksträger stimmt wohl, aber wenn du mal etwas fettfreier isst, schmecken dir fettige Sachen gar nimmer... Ich kann seit 2 Jahren z.B. kaum mehr Kartoffelchips essen, weil sie mir zu fett sind.

    Sara

    ja das geht auch nicht nur dir so ;)

    ALLERDINGS könnte ich ohne schüpps nicht leben ;) wenn schon gar nichts süßes, dann wenigstens schüpps, sonst würde das ja fast an askese grenzen ^^

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